Bild: Maria Gottweiss, 2025

Liminalität - Räume im Übergang

Helga Griffiths, Asta Gröting, Manaf Halbouni, Šejla Kamerić, Effrosyni Kontogeorgou, Adrian Paci, Lu Yang und Lukas Zerbst

08.02.26 bis 10.05.26

Mit der Ausstellung Liminalität – Räume im Übergang widmet sich die Städtische Galerie Villingen-Schwenningen einem Thema, das nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich hochaktuell ist: dem Zustand des Übergangs, der Schwelle, des Dazwischen.

Liminalität – vom lateinischen limen, die Schwelle – beschreibt in Anthropologie, Soziologie und Kulturtheorie jene Momente, in denen bestehende Ordnungen und Zuschreibungen aufgehoben sind, neue Strukturen aber noch nicht gefestigt wurden. Es ist ein Zustand der Unsicherheit – aber auch der Möglichkeit.

In einer Zeit globaler Umbrüche, wachsender Migration, instabiler politischer Systeme und rasanter technologischer Transformationen werden solche Zwischenzustände zur alltäglichen Erfahrung. Auch im individuellen Erleben – im Übergang von Kindheit zur Jugend, von Sicherheit zu Krise, von Körperlichkeit zur Virtualität – begegnen wir der Liminalität als existenzieller Realität. Die Ausstellung begreift diese Zustände nicht als Defizite, sondern als produktive Räume, in denen Wandel, Reflexion und Neuausrichtung möglich werden.

Liminalität – Räume im Übergang zeigt internationale künstlerische Positionen, die sich in unterschiedlicher Form mit liminalen Räumen auseinandersetzen – räumlich, psychisch, sozial und ästhetisch. Die Werke bewegen sich an den Rändern architektonischer Klarheit, zwischen Realem und Fiktionalem, zwischen öffentlicher Sichtbarkeit und subjektiver Erfahrung. Dabei thematisieren die Künstlerinnen und Künstler Orte wie Grenzräume, Transitbereiche, Wartesituationen oder Schwellenzonen – aber auch persönliche oder kulturelle Identitäten, die sich im Wandel befinden oder bewusst ambivalent gehalten sind. 

Die Ausstellung versteht sich dabei nicht als bloße Abbildung eines Themas, sondern als Erfahrungsraum. Die Besucher werden durch eine nicht-lineare, atmosphärisch dichte Raumdramaturgie geführt, in der Orientierungsverlust, Verlangsamung, Wiederholung oder Auflösung Teil der künstlerischen Strategie sind. Statt klarer Narrative und eindeutiger Bedeutungen bietet Liminalität – Räume im Übergang Raum für offenes Denken, fühlendes Wahrnehmen und aktive Auseinandersetzung mit Zwischenzuständen. 

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreiches Vermittlungsprogramm angeboten: Gespräche mit Künstlerinnen und Künstler, partizipative Workshops, Führungen sowie ortsspezifische Veranstaltungen öffnen den Diskurs in unterschiedliche gesellschaftliche Richtungen – von Architektur und Stadtentwicklung über Migration und Identität bis hin zu digitalen Lebenswelten und Fragen des Körpers.

Liminalität – Räume im Übergang ist eine Einladung, das Unfertige nicht zu fürchten, sondern als Teil einer Welt zu begreifen, die sich ständig verändert – und in der auch wir selbst immer wieder in Bewegung sind. 

 

besondere Öffnungszeiten:
Karfreitag, Ostermontag: geschlossen
So, 5.4.: geöffnet von 13 - 17 Uhr
Fr, 1.5.: geöffnet von 13 - 17 Uhr

gefördert von