Bild: Charlotte Posenenske, Serie E, Courtesy of Mehdi Chouakri, Foto: Andrea Rossetti

Charlotte Posenenske

Bedingungen der Kunst – Produktion, Öffentlichkeit und gesellschaftliche Wirksamkeit

20. Februar – 23. Mai 2027

 

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der ersten Einzelausstellung von Charlotte Posenenske in Schwenningen widmet sich die Städtische Galerie erneut der weltberühmten Künstlerin der deutschen Nachkriegsmoderne. Unter den Gesichtspunkten der gesellschaftlichen Wirksamkeit von Kunst sowie ihrer Verbindung zu industrieller Produktion, Vervielfältigung und zur Arbeit beleuchtet die Ausstellung Posenenskes Werk.

1967 zeigte die damalige Kleine Galerie Schwenningen die vierte Einzelausstellung der damals noch wenig bekannten Künstlerin. Sechzig Jahre später kehrt ihr Werk an diesen Ort zurück. Heute gilt Posenenske als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Minimal- und Konzeptkunst sowie als Vorreiterin der Relational Art. 

Arbeitsteilung, Standardisierung und serielle Fertigung prägten die Entwicklung Schwenningens als Industrie- und Arbeitsort und bilden zugleich einen wichtigen Bezugspunkt für Posenenskes Werk. Ihre Arbeiten verzichten auf Einzigartigkeit, Einmaligkeit und Aura und bevorzugen stattdessen industriell gefertigte Elemente, die immer wieder neu kombiniert werden können und sich einer endgültigen, absoluten Form entziehen. So entsteht das Werk nicht gegen die industrielle Moderne, sondern aus ihr heraus und stellt grundlegende Kategorien des Kunstbegriffs infrage. 

Die Ausstellung versteht Posenenskes Werk als fundamentale Untersuchung der Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft. Ihre Arbeiten stellen nicht in erster Linie die Frage, was Kunst ist. Sie fragen danach, unter welchen Bedingungen Kunst gesellschaftliche Bedeutung gewinnen kann und wo ihre Möglichkeiten an Grenzen stoßen.

Charlotte Posenenske – Bedingungen der Kunst. Produktion, Öffentlichkeit und gesellschaftliche Wirksamkeit wird kuratiert von Dr. Alejandro Perdomo Daniels, Leiter der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen.

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfassendes Vermittlungsprogramm angeboten, das Gespräche, Workshops und dynamische Formate umfasst. Ziel ist es, die im Werk angelegten Fragen gemeinsam weiterzudenken und unterschiedliche Perspektiven in einen offenen Dialog zu bringen.