Peter Roehr
Künstler: Peter Roehr
Titel: ohne Titel
Entstehungsjahr: 1965
Maße (Höhe x Breite): 21 x 21 cm
Material/Technik: Siebdruck
Inventarnummer: SGXIII/194
Sammlung Felix Schlenker
Peter Roehr (1944–1968) war ein deutscher Maler und Objektkünstler aus Frankfurt am Main. Nach einer Ausbildung zum Leuchtreklame- und Schildhersteller, in der er früh mit seriellen Produktionsprozessen in Berührung kam, studierte er von 1962 bis 1965 an der Werkkunstschule in Wiesbaden. Dort wurde er Meisterschüler in der Malereiklasse von Vincent Weber. Roehr starb im Alter von 23 Jahren an einer Krebserkrankung.
Roehr gilt als eine der ersten künstlerischen Positionen der Minimal Art in Deutschland. Sein Werk zeichnet sich durch eine konsequente Reduktion sowie das Prinzip der Wiederholung aus. Mithilfe industriell hergestellter Materialien oder gedruckten Bildmotiven fertigte er serielle Reihungen auf meistens quadratischer Bildfläche. In der Wiederholung eines identischen Elements – ohne Zwischenraum, ohne Differenz oder Variation – verschiebt sich der Fokus: Nicht das einzelne Motiv ist dann noch entscheidend, sondern die durch Serialität entstehende visuelle Struktur. Es offenbart sich eine Textur, die erst in der Vervielfältigung erscheint.
Die im Siebdruckverfahren entstandene Arbeit Ohne Titel von 1965 zeigt die serielle Wiederholung des Buchstabens 'M'. Roehr erzeugt eine maximale Gleichförmigkeit der Zeichen, indem er sie ohne jegliche sichtbare Unterscheidung linear in ein weißes Feld setzt. Dadurch wird der Buchstabe als Zeichen zugespitzt und gleichzeitig verfremdet. Der homogene Werkaufbau wird dabei bestärkt, während eine eigenständige Rasterstruktur konfiguriert wird, die für sich eigene Geltung beansprucht. Die scheinbar nüchterne, faktische Darstellung gewinnt hier eine eigentümliche Qualität: Zwischen strenger Systematik und stiller Konzentration entsteht eine kontemplative, beinahe poetische Bildwirkung.
